Warenwirtschaft
Die Warenwirtschaft hat nicht nur die Aufgabe der Verwaltung, sondern auch die zeitliche, qualitative, mengenmäßige und möglicherweise auch die räumliche Planung bzw. Steuerung der Materialbewegungen in einem Unternehmen und zwischen einem Unternehmen und seiner Umwelt wie zum Beispiel Lieferanten und Kunden. Dabei koordiniert die Warenwirtschaft den Warenfluss zwischen den Kunden, Lieferanten, Lagern und Bedarfsträgern wie um Beispiel Produktion. Ferner stellt die Warenwirtschaft in den produzierenden Firmen eine Versorgung der produzierenden Abteilungen mit den direkten Gütern (beispielsweise Hilfs-, Roh- und Betriebsstoffen), Halbfabrikaten und Zulieferteilen sowie die allgemeine Versorgung mit den indirekten Gütern (z. B. Ersatzteile, Serviceleistungen und Büroartikel) sicher.
In der Warenwirtschaft ist das Fifo-Prinzip (First In – First Out) das übliche Verfahren, weil aus Sicht des Periodenendes die ältesten und zuerst gelagerten Bestände nach Möglichkeit als Erstes verbraucht werden. Beispielsweise wird bei einer Lagerung von Schüttgütern das Fifo-Prinzip mittels einem Silo erfüllt. Ferner werden Waren mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum in der Regel nach dem sog. FEFO-Verfahren (d. h. First Expired – First Out) ausgelagert. Sofern man nicht verderbliche Schüttgüter lagern möchte, verwendet man die kostengünstigere Lagerung in den Halden, welche jedoch nur von oben herausgenommen werden können., d. h. man wendet das Lifo-Verfahren (Last In – First Out) an. Zwischen diesen beiden Verfahren gibt es Unterschiede – v. a. in Bezug auf die Bestandsbewertung. Es gibt nur einige wenige Ausnahmen, bei denen in Deutschland eine Bewertung nach dem sog. Fifo-Prinzip für eine bilanzielle Bewertung der Bestände nicht angewendet wird.
Die betriebliche Buchhaltung wird von der Warenwirtschaft unterschieden. Hier hat das Fifo-Prinzip eine andere Bedeutung: die Warenzugänge werden zu historischen Kosten verbucht und der Lagerwert wird nicht nach den durchschnittlichen Kosten ((hinzukommender Bestand * Ist-Kosten + alter Bestand * Durchschnittskosten)/Gesamtbestand), sondern nach den Ist-Kosten des noch nicht verbrauchten und ältesten Warenzugangs bewertet.
